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Kfz-Unfälle in Andorra

Andorra ist kein Mitgliedsstaat der EU und somit fällt es nicht unter die Regelungen 4. Kraftfahrzeughaftpflicht-Richtlinie der EU, zu der auch die Mitgliedern des Europäischen Wirtschaftsraums gehören. Zu beachten ist aber, dass in Andorra vermutlich nur Niederlassungen von Versicherern aus dem Europäischen Wirtschaftsraum tätig sind, so dass die Regelung wie im Europäischen Wirtschaftsraum zutreffen kann. Somit wird der Schadenersatz nur nach dem „Tatortprinzip“ (Lex loci delicti) geleistet, d.h. das materiell anzuwendende Recht entspricht dem Recht des „Unfalllandes“ Andorra.
Nach den Regeln des Internationalen Verfahrensrechtes, können mehrere Gerichte international zuständig sein („Unfallland“, Wohnsitz des Schädigers und Deutschland). Der Anspruchsteller hat prinzipiell ein Wahlrecht, bei welchem Gericht er seinen Anspruch geltend machen will.
Nach dem andorranischen materiellen Recht sind die Kfz-Sachverständigenkosten / Kfz-Gutachterkosten von einem unabhängigen und freien Sachverständigen nur unter bestimmten Vorraussetzungen erstattungsfähig. Die Kosten für den Sachverständigen werden nur übernommen, wenn die gegnerische Versicherung selbst keine Schadenseinschätzung vornehmen kann und/oder wenn der Kfz-Sachverständige /Kfz-Gutachter mit dem Einverständnis der gegnerischen Versicherung ein Gutachten erstellt.
Wir empfehlen Ihnen einen eigenen Kfz-Sachverständigen / Kfz-Gutachter zu beauftragen, um einen Schaden festzustellen und die Beweise zu sichern. Wenn Sie von Anfang an einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen hinzuziehen, haben Sie bei einer unklaren Schuldfrage oder bei der Uneinigkeit bezüglich des Ersatzanspruches, gute Chancen einen Prozess zu gewinnen.
Ein Kfz-Sachverständiger der Versicherungsgesellschaft arbeitet für die Versicherung, die den Schaden letztlich zu bezahlen hat und ist an bestimmte Vorgaben gebunden. Die unabhängigen und freien Kfz-Sachverständigen, bewerten Ihre Schäden interessengerecht und gewährleisten eine vollständige Schadensbewertung. Ohne einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen verzichten Autofahrer häufig auf Schadensersatzansprüche, die einen Wert von mehreren Tausend Euro annehmen können.
Die Gebühren eines Rechtsanwaltes muss der Geschädigte selbst tragen, wenn der Anwalt die Schadenersatzansprüche außergerichtlich geltend macht. Die Übernahme der außergerichtlichen Anwaltskosten ist nur in einer Ausnahme gegeben, nämlich wenn es sich um einen Unfall handelt, durch den schwere körperliche Verletzungen verursacht wurden. Die gerichtlichen Rechtsanwaltskosten und die Gerichtskosten trägt der Geschädigte, wenn er den Prozess verliert. Gewinnt der Geschädigte den Prozess, so werden ihm die erwähnten Kosten erstattet.
Wird professionelle Hilfe in Anspruch genommen, führen meistens Prozesse zu einem Vergleich zugunsten des Geschädigten.
Wenn zwei deutsche Staatsbürger in Andorra einen Kfz-Unfall haben, ist die Frage der Haftung nach dem andorranischen Straßenverkehrsrecht zu beurteilen. Das deutsche Schadensrecht gilt nur, wenn beide Unfallbeteiligten in Deutschland ihren Wohnsitz haben und die Fahrzeuge in Deutschland zugelassen und versichert sind.

Gerne beraten wir Sie bezüglich ihrer Ansprüche bei einem Kfz-Unfall unter Tel. (0231) 130 80 57 oder info@sv-algo.de . Sie können jederzeit einen Termin mit uns vereinbaren.

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